Verliert ein Fahrer während einer Autobahnfahrt im Zusammenhang mit dem Versuch, mit einem Handy ohne Freisprecheinrichtung zu telefonieren, die Gewalt über seinen Wagen, so hat er den darauf folgenden Unfall grob fahrlässig verursacht. Er verliert in der Kaskoversicherung seinen Versicherungsschutz (§ 61 VVG, OLG Köln vom 19.9.2000 - 9 U 43/2000 - ZfS 2000, Seite 545).


Ein Taxifahrer fuhr gegen einen ordnungsgemäß geparkten Pkw, schob diesen auf einen weiteren Pkw auf und verließ danach sofort den Unfallort. Wegen einer darin liegenden Obliegenheitsverletzung (VVG § 6 Abs. 3) wollte die Haftpflichtversicherung teilweisen Ersatz des Schadenersatzes, den sie den beiden Pkw-Haltern geleistet hatte von dem Taxifahrer ersetzt haben (Regress). Dieser stritt durch drei Instanzen um die Frage, ob die Unfallflucht auch dann zum Regress führt, wenn die Haftungslage so eindeutig ist, dass die Halter der geparkten Pkw keine (Mit-)Schuld treffen könne, und der Taxifahrer als Versicherungsnehmer seine Lage durch Verbleiben am Unfallort nicht verbessern könne. Der Bundesgerichtshof hat dazu jetzt entschieden: Eine Unfallflucht im Sinne § 142 StGB ist auch bei eindeutiger Haftungslage eine Verletzung der Aufklärungspflicht in der Kfz- Haftpflichtversicherung und in der Kaskoversicherung und führt als Obliegenheitsverletzung zum Regress des Versicherungsnehmers (BGH vom 01.12.1999 - IV ZR 71/1999).