Der BGH hat sich in seinen Urteilen vom 15. Februar 2005, 26.10.2004 und 12.10.2004 erneut zu den sogenannten Unfallersatztarifen der Autovermieter geäußert: Mietet nach einem Verkehrsunfall der Geschädigte ein Ersatzfahrzeug zu einem sogenannten Unfallersatztarif an, kann er Erstattung dieser Kosten vom Schädiger nur insoweit verlangen, als sie gemäß § 249 Abs. 2 Satz 1 BGB erforderlich waren. Der BGH verlangt eine Prüfung der Frage, ob ein erhöhter Unfallersatztarif sachlich erforderlich war und - falls nicht - ob der Geschädigte dies erkennen konnte und ihm ein nicht überhöhter Normaltarif zugänglich war. Im Ergebnis wird man ohne anwaltliche Beratung keinen Unfallersatzwagen mehr anmieten können. Die Praxis, vom Autohaus sofort und ohne Prüfung der Tarifsituation ein Ersatzfahrzeug anzumieten, ist für den Geschädigten risikoreich und nicht zu empfehlen.


Bietet ein Autovermieter den Unfallgeschädigten ein Fahrzeug zu einem Tarif an, der deutlich über dem Normaltarif auf dem örtlich relevanten Markt liegt, und besteht deshalb die Gefahr, dass die Haftpflichtversicherung nicht den vollen Tarif übernimmt, muss der Vermieter den Mieter darüber informieren. Dies hat der BGH mit Urteil vom 28. Juli 2006 entschieden. Es komme auch nicht darauf an, ob der Vermieter mehrere oder nur einen einheitlichen Tarif anbietet. Erforderlich sei es, den Mieter deutlich und unmissverständlich darauf hinzuweisen, dass die gegnerische Haftpflichtversicherung den angebotenen Tarif möglicherweise nicht in vollem Umfang erstatten werde.